Kritik am Stärkungspakt

„Starker Standort wird für gute Leistungen bestraft“

Einig in der Kritik am geplanten Kommunal-Soli, der Verl mit 7,5 Millionen Euro jährlich belasten soll: (v. l.) Helmut Kaltefleiter, André Kuper, Unternehmer Hans Beckhoff und Matthias Humpert.
Einig in der Kritik am geplanten Kommunal-Soli, der Verl mit 7,5 Millionen Euro jährlich belasten soll: (v. l.) Helmut Kaltefleiter, André Kuper, Unternehmer Hans Beckhoff und Matthias Humpert.
Der Unternehmer Hans Beckhoff, Geschäftsführer von Beckhoff Automation, macht zusammen mit der örtlichen CDU Druck auf die Landesregierung.

Die Kritiker befürchten Nachteile durch den Stärkungspakt Stadtfinanzen, der Verl mit 7,5 Millionen Euro jährlich ab 2014 belasten soll. „Verl ist ein finanziell starker Standort. Diese Stärke ist über Jahrzehnte durch eine kluge Wirtschaftspolitik, sparsame Ausgaben und eine leistungsstarke Bevölkerung aufgebaut worden“, wird Hans Beckhoff in einer Mitteilung der CDU zitiert. Die Stadt und weitere Kommunen im Kreis „werden für gute Leistungen bestraft und nachhaltig geschwächt“, so Beckhoff weiter. Das sei ungerecht und treffe insbesondere auch die Unternehmen. Schließlich hätten diese mit ihren Gewerbesteuerzahlungen zur Stärke ihrer Unternehmensstandorte beigetragen. Hans Beckhoff hatte außer dem Landtagsabgeordneten André Kuper auch den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Matthias Humpert und Vorstandsmitglied Helmut Kaltefleiter zu Gast in seiner Firma. „Der von der rot-grünen Landesregierung geplante Kommunal-Soli hat langfristige Auswirkungen auf die Unternehmen und Mitarbeiter im Kreis Gütersloh und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit“: In dieser Ansicht sind sich Kuper und Beckhoff einig. „Städte und Gemeinden, die die Abundanzumlage zahlen müssen, sind keineswegs reich, auch wenn es nach Meinung der Landesregierung so aussieht“, kritisiert Kuper. Kuper gastierte bei Beckhoff im Rahmen seiner Wirtschaftsgespräche. Er zeigte sich der Mitteilung zufolge beeindruckt vom unternehmerischen Engagement: „Sehr engagiert ist das Unternehmen im Ausbildungsbereich. Erfolgreich verläuft auch das praxisintegrierte Studienprogramm“, lobte der Abgeordnete aus Rietberg. In der Beckhoff-Gruppe, bestehend aus Beckhoff Automation, Elektro Beckhoff sowie Beckhoff Technik und Design, werden 211 junge Menschen in neun Ausbildungsberufen ausgebildet, 98 studieren in praxisintegrierten Studiengängen. Beckhoff Automation realisiert offene Automatisierungssysteme auf der Grundlage PC-basierter Steuerungstechnik. 2012 verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 408 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt es rund 2200 Mitarbeiter. Wie Hans Beckhoff erläuterte, steige das Interesse an der praxisintegrierten Ingenieursausbildung immer weiter an. Dafür sei es zwingend erforderlich, dezentrale Fachhochschulstandorte wie jenen in Gütersloh auszubauen.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben