Neujahrsempfang des CDU Stadtverbands Verl

Am 05.01.2020 fand der Neujahrsempfang des CDU Stadtverbands Verl statt.
In diesem Jahr durften wir die Räumlichkeiten des Verler Unternehmens EGE GmbH, Messingstraße 15 in Verl nutzen.
Lesen Sie hierzu die entsprechenden Berichte aus der Lokalpresse:

Die Glocke / Ralf Steinecke / 06.01.2020

 
CDU will im September den Wahlsieg feiern
 
Verl (rast) - „Das ist ein interessanter Mix aus Unterhaltung und Infos aus erster Hand.“ Mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende der Verler CDU, Matthias Humpert, gestern in der Firma EGE Fenster, Türen, Fassaden rund 120 Mitglieder zum traditionellen Neujahrsempfang.Eingebunden in die Veranstaltung war die Ehrung der langjährigen Mitglieder.
Während seiner Rede stellte der Chef der 410 Mitglieder starken Ortsgruppe klar: „Wir wollen die Perle Verl weiterentwickeln.“ Gleichzeitig machte Matthias Humpert deutlich, dass Mut dazu gehöre, neue Wege zu beschreiten. Außerdem müsse man wissen, wohin man wolle und welche Stärken und Schwächen man habe. Und in guten Zeiten müsse man sich für die Zukunft aufstellen. Die Christdemokraten stünden jedoch nicht für kurzfristige Experimente.
Der CDU-Vorsitzende hob die Digitalisierung in Verl heraus. So sei zum Beispiel das Wlan-Netz an den Schulen installiert worden. Durch den laufenden Breitbandausbau würden 85 Prozent der Verler an Glasfaser angeschlossen. Die Außenbereiche sollten jedoch nicht aus den Augen verloren werden. Die CDU setze sich für einen 100-Prozent-ausbau ein. Humpert: „Alle Bürger müssen die Chance auf die schnelle Datenautobahn haben.“
Zum Klimaschutz sagte Matthias Humpert: „Der funktioniert nur mit den Bürgern und nicht durch Verbote.“ Klimatechnisch befinde sich die Stadt bereits auf einem guten Weg. Als Beispiele nannte Humpert den Ausbau des Fernwärmenetzes, das Förderprogramm für Solarenergie oder die Wertstoffsammlung. Gleichzeitig warnte er aber auch davor, sich Illusionen zu machen und sagte: „Klimaschutz kostet Geld.“
Als neue Projekte nannte Matthias Humpert unter anderem die Planung eines Feuerwehrgerätehauses in Sürenheide. Zudem werde in weiche Standortfaktoren wie die Umgestaltung von Freibad und Bibliothek investiert. Zur Kostenexplosion beim Neubau von Gesamtschule und Hallenbad sagte Humpert: „Da müssen wir noch einmal einen Schritt zurückgehen.“ Auf der Agenda stehe zudem die Machbarkeitsstudie für eine Landesgartenschau.
„Verl geht es gut. Ich kann nicht verstehen, dass die SPD den Haushalt abgelehnt hat“, erklärte Bürgermeister Michael Esken. Ihren Kandidaten für die kommende Kommunalwahl möchte die CDU am 2. April präsentieren. „Da haben wir am 13. September wahrscheinlich einen Wahlsieg zu feiern“, zeigte sich Esken zuversichtlich.
 
Eine schweigende Mehrheit
 
Außer dem CDU- Kreisvorsitzenden Raphael Tigges und Ralph Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender der Bundes-CDU, gehörte auch Dennis Radtke zu den Ehrengästen. Der EU-Parlamentarier forderte ein klares Bekenntnis gegen rechte Meinungsmache.
„Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, im Bundestag und in den Landtagen sitze eine rechtsextreme Partei, wie wir sie mit der AFD haben, den hätte ich für verrückt erklärt“, erklärte der 40-Jährige, der aus Bochum-Wattenscheid stammt. Und weiter: „Viele, die Erdogan gut finden, machen ihr Kreuz bei der AFD.“
An den Stammtischen in Deutschland sei schon immer so geredet worden. Inzwischen sei die rechte Meinung jedoch salonfähig geworden und in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Radtke zeigte sich entsetzt von menschenfeindlicher, antijüdischer und populistischer Hetze, die mittlerweile oft ohne Gegenrede erfolge. „Am meisten entsetzt bin ich über die schweigende Mehrheit.“
 
Der Politiker sieht einen Verfallsprozess der Volksparteien. Das liege daran, dass unbequeme Wahrheiten nicht klar kommuniziert würden. Mut zur Wahrheit also. 
"Wir haben verlernt, unbequeme Antworten zu geben. Man muss sagen, dass es für Europa teurer wird", nannte er als Beispiel die Auswirkungen des Brexits und die Sicherung der EU-Außengrenzen.
Nur durch Wahrheit könnten die Parteien wieder an Profil gewinnen. Die Aufnahme von Albanien oder Mazedonien löse zwar keine Begeisterungsstürme aus, sei aber wichtig. „Sonst überlässt man Erdogan und Putin das Feld", so Radtke.
Außenpolitisch werde Deutschland inzwischen nicht mehr ernst genommen. "Heiko Maas ist der schlechteste Außenminister in der Geschichte der Bundesrepublik. Nur modisch ist er ganz vorn dabei", sagte Radtke. Wichtig sei, dass herausgestrichen werde, was erreicht worden sei, und nicht immer nur das, was nicht funktioniere.
Ralph Brinkhaus ergänzte: "In Berlin ist viel erreicht worden. Nur wird das überlagert durch Querelen und Personaldiskussionen." Dass jeder der Bürger inzwischen sein eigenes Ding mache, sei der Zeitgeist. Das verbindende Element in Deutschland sei aber die Rechtsordnung. "Wir müssen den Rechtsstaat stärker durchsetzen", forderte Brinkhaus.
 
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Neue Westfälische / Karin Prignitz /  06.01.2020
 
Aufbruch in ein neues Jahrzehnt
 
Zwei Mitglieder gehören der CDU seit 60 Jahren an. Europaabgeordneter Dennis Radtke findet klare Worte beim Thema Rechtsradikalismus.
 
Verl. „Eigentlich“, sagt Dennis Radtke, „ist es in der Geburtsstadt von Elmar Brok nur schwer vorstellbar, dass nun ein anderer Europaabgeordneter hier steht.“ Seit der Europawahl sitzt allerdings weder Brok noch ein Abgeordneter aus Ostwestfalen-Lippe mehr im dortigen Parlament. Radtke, gebürtiger Wattenscheider, hat sich bereit erklärt, sich im Rahmen der Möglichkeiten, um die Bereiche Gütersloh und Bielefeld zu kümmern. Beim traditionellen CDU-Neujahrsempfang, der diesmal in den Räumen der Firma EGE (Fenster, Türen, Fassaden) stattfand, stellte der 40-Jährige in seinem Festvortrag eine Frage in den Mittelpunkt.
„Wo sind heute die aufrechten Demokraten, die laut und deutlich ihre Stimme erheben“, fragte Radtke in die Runde der rund 120 Gäste. Der frühere Gewerkschaftssekretär zielte auf das Erstarken rechtsradikaler Einflüsse an. Hätte ihm vor zehn Jahren jemand gesagt, dass die AfD heute in jedem Landtag und auch Bundestag vertreten ist, „den hätte ich für verrückt erklärt“. Radtke führt die Entwicklung darauf zurück, „dass heute auf vielen Ebenen geschwiegen wird“. Obwohl die Grenzen des Sagbaren vor allem in den sozialen Medien „regelmäßig furchbar überschritten werden“.
Erst kürzlich war Radtke bei einer Veranstaltung von einem der Jubilare übel beschimpft worden. Unmittelbare Reaktionen darauf habe es aus dem Kreis der Anwesenden nicht gegeben. „Ich war entsetzt.“ Die Kultur des Aufgeregtseins aber auch das Verhalten der schweigenden Mehrheit „macht mir große Angst“, betonte Radtke, der Koordinator seiner EVP-Fraktion im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten ist. „Für Volksparteien ist es unglaublich schwierig, damit umzugehen.“ Die stabilisierende Mitte „zerbröselt mehr und mehr“.
Matthias Humpert hatte seinen Blick bereits zuvor auf die Entwicklung in Verl gerichtet. Unter dem Motto „Aufbruch in ein neues Jahrzehnt“ stellte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende fest, „dass es der Stadt ausgesprochen gut geht“. Die CDU als Mehrheitsfraktion habe sich nicht auf den Erfolgen ausgeruht, sondern die Weichen für die Zukunft gestellt. Beispiel: „Wir haben massiv in die Infrastruktur investiert.“ Humpert wies auf den großflächigen Breitbandausbau hin und versprach: „Wir werden weiter an kreativen Möglichkeiten arbeiten, damit alle Verler die Möglichkeit haben, auf der Datenautobahn mit Hochgeschwindigkeit zu fahren.“
Mobilfunkoptimierung, Verbesserung des ÖPNV, auch das waren Themen, ebenso wie der Klimawandel „als eines der Top-Themen in der heutigen Zeit“. Der oft erweckte Eindruck, dass in der Vergangenheit nichts getan worden sei, „ist schlichtweg falsch“, unterstrich Humpert. „Wir in Verl setzen schon seit Jahren auf zielführende Maßnahmen.“ Etwa mit dem Ausbau der Fernwärme, der Schulen, eigenen Stadtwerken oder der Sanierung städtischer Gebäude.
 
Traditionell werden treue Mitglieder geehrt
 
„In Verl wird nicht nur debattiert, sondern konkret gehandelt.“ Wichtig sei, dass Bürgerschaft und Industrie mitgenommen werden. „Die große Kunst wird es sein, beides unter einen Hut zu bringen.“
Ebenso wie Matthias Humpert verwies Bürgermeister Michael Esken auf die Stadtwerdung vor zehn Jahren und auf die anstehenden Wahlen. Am 2. April soll es die Bürgermeister-Kandidaten-Kür geben. Am 31. Januar sollen die CDU-Wahlkreisvertreter aufgestellt werden. Esken stellte schon jetzt klar: „Wir brauchen für Verl keine Alternative, wir brauchen einen klaren Auftrag.“
Markus Pauli, einer der beiden Geschäftsführer der Firma EGE an der Messingstraße, stellte die positive Firmenentwicklung in Bild und Wort vor. Im kommenden Jahr wird das Unternehmen, das in Deutschland rund 600 sowie in Polen weitere 100 Mitarbeiter beschäftigt, sein 50-jähriges Bestehen feiern.
Traditionell werden beim Neujahrsempfang als Höhepunkt der Veranstaltung treue Mitglieder geehrt.
Für 60-jährige Parteizugehörigkeit waren das Josef Kipshagen und Hans Wester-Ebbinghaus, der nicht anwesend sein konnte.
Seit 50 Jahren gehören der CDU Helmut Cortomeickel, Josef Flütebories, Helmut Humpert, Heinz Johannwille, Hubert Masmeier, Hans Mersch, Wilhelm Schnusenberg, Peter Voßhenrich, Johann-Heinrich Frankenfeld, Heinrich Henkenjohann, Heiner Hollenhorst, Alois Köper, Paul Kuhn, Hans Herrmann Voßhenrich, Ursula Köberl und Siegfried Siggemann an, seit 40 Jahren Franz-Josef Schröder, Erwin Stickling und Hans Grote, seit 25 Jahren Heribert Reineke, Werner Paulfeuerborn, Marita Hülshorst, Matthias Humpert, Andreas Hollenhorst, Werner Buschmann, Maria Elbracht und Armin Hille.
 
 
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Westfalenblatt - Verler Zeitung / Andreas Berenbrinker /  06.01.2020
 
„Verl braucht keine Alternativen“
 
CDU kürt Bürgermeisterkandidaten Anfang April – Deutliche Kritik an der SPD
 
Verl (WB). Am 13. September findet die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen statt. Ob Michael Esken dann auch wieder als CDU-Bürgermeisterkandidat antritt, wollte er beim Neujahrsempfang der Christdemokraten noch nicht bestätigen. Die CDU möchte vielmehr eine gewisse Dramaturgie aufbauen.
In seiner Ansprache ließ Esken keinen Zweifel daran, dass die CDU auch in Zukunft den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin in Verl stellen wird. Der Wahlsieg sei sicher. „Das steht ja fest“, so Esken selbstbewusst. Ob er selbst antritt, wollte er weder bestätigen, noch dementieren. Man habe sich im Ortsverband für eine geregelten Weg entschieden, „der eine passende Dramaturgie aufweist.“ Zunächst werden am 31. Januar die CDU-Wahlkreiskandidaten für den Stadtrat aufgestellt. Während einer Mitgliederversammlung am 2. April soll dann der Bürgermeisterkandidat nominiert werden. Esken: „Ich finde diesen Weg richtig. Die Kandidaten für den Stadtrat sollen zuerst feststehen. Der Rat soll nicht nur schmückendes Beiwerk für den Bürgermeister sein.“
„Verl braucht keine Alternativen“, sagte Esken, meinte damit aber nicht seine Person oder sein Amt als Bürgermeister, sondern die CDU als Partei. Insbesondere die SPD kritisierte er. Auch dafür, dass die Sozialdemokraten als einzige Partei dem Haushaltsplan der Stadt nicht zugestimmt haben, obwohl Verl blendend dastehe. Außerdem beklagte Esken, dass „man sich schon rechtfertigen müsse, wenn man konservativ ist und denkt“ und dass man insbesondere in den Augen der SPD schnell in der rechten Ecke lande. Als Beispiel fügte Esken den geplanten Bau der Seniorenresidenz in Sürenheide an, an der die Lindhorst-Gruppe beteiligt ist. Der frühere Chef des Unternehmens aus Winsen an der Aller habe Kontakte zur AfD gehabt. Die Verler SPD habe diese Verbindungen kritisiert. „Ich schäme mich aber für gar nichts“, so Esken, der froh sei, dass die Seniorenresidenz in Sürenheide gebaut würde.
Der Bürgermeister betonte, dass es Verl gut gehe. Die Konten seien gut gefüllt, es würde Wohnraum geschaffen, die ärztliche Versorgung sei trotz Problemen gut und man sei erfolgreich im Sport. Außerdem gebe es in Zukunft Investitionen wie nie zuvor. Beim Bau der Gesamtschule und des Hallenbades zeigte sich Esken froh, „alles auf Null zu stellen.“ Bekanntlich waren die Entwürfe der Architekten zu teuer. „Wir gehen hier einen Schritt zurück“, nahm auch CDU-Stadtverbandsvorsitzender Matthias Humpert hierzu Stellung. Dies sei aber notwendig. Wichtige Projekte des neuen Jahres seien die Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum im Mai mit der Einweihung der Bürmschen Wiese, die Eröffnung des Bau- und Wertstoffhofes im Frühjahr, die Umgestaltung des Freibades und der Bibliothek, die Einweihung der Kita „Im Zwergenland“ im Sommer sowie die Machbarkeitsstudie über eine mögliche Landesgartenschau im Jahr 2029. „Wir sollten da einfach mal drüber nachdenken“, so Humpert.
„Wir leben in dem besten Deutschland, das es jemals gegeben hat“, sagte der Festredner und Europaabgeordnete Dennis Radtke aus Bochum in seiner (zu) langen Rede. Radtke: „Wir sollten uns nicht alles kaputtreden lassen.“ Radtke übte Kritik an der AfD, den mangelnden Respekt in den sozialen Medien, aber auch an der eigenen Partei. „Im Wahlkampf zur Europawahl haben wir den gleichen Elan gezeigt wie meine Tochter beim Aufräumen ihres Zimmers.“
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus sagte, dass es das Ziel der Christdemokraten sein müsse, den Rechtsstaat zu schützen. „Unser Recht hält alle Schichten der Bevölkerung zusammen.“ Es müsse klar sein, weiterhin in Frieden zu leben, die Umwelt nicht zu zerstören sowie die Polizei und Justiz zu stärken. Bezug nehmend auf Verl sagte Brinkhaus, dass die CDU der Stadt gut getan habe.
 
1240 Jahre in der CDU
Während des Neujahrsempfangs am Sonntag in den Räumen der Firma ege-Fensterbau ehrte der CDU-Kreisvorsitzende Raphael Tigges folgende Jubilare für ihre Treue zur CDU:
für 60 Jahre : Josef Kipshagen, Hans Wester-Ebbinghaus,
für 50 Jahre : Helmut Cortomeickel, Josef Flütebories, Johann-Heinrich Frankenfeld, Heinrich Henkenjohann, Heiner Hollenhorst, Helmut Humpert, Heinz Johannwille, Ursula Köberl, Alois Köper, Paul Kuhn, Hubert Masmeier, Hans Mersch, Wilhelm Schnusenberg, Siegfried Siggemann, Hans-Hermann Voßhenrich, Peter Voßhenrich,
für 40 Jahre : Hans Grote, Josef Schröder, Erwin Stickling,
für 25 Jahre : Werner Buschmann, Maria Elbracht, Armin Hille, Andreas Hollenhorst, Marita Hülshorst, Matthias Humpert, Werner Paulfeuerborn, Heribert Reineke.
 

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